Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen - Der Briefwechsel ...
Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen - Die Brautbriefe von Sigmund Freud an Martha Bernays
21.09.2026, 19:30 Uhr
„Dich so zu haben, wie Du bist“ – „Unser `Roman in Fortsetzung`“ – Die Brautbriefe von Sigmund Freud an Martha Bernays
Es lesen Stephan Wolf-Schönburg und Anna Kubin
Auswahl, Einführung und Moderation: Ruthard Stäblein
Die Veranstaltung findet in Erinnerung an Hanne Kulessa statt, die in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden wäre. 2014 hat sie die Reihe „Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen“ ins Leben gerufen und bis zu ihrem Tod im Jahr 2022 geleitet.
Vier Jahre sind sie schon getrennt und doch nach zwei Monaten schon verlobt. Nicht von Angesicht zu Angesicht, sondern hauptsächlich über Briefe lernen sie sich kennen. Als „Tortur“ bezeichnet Martha Bernays im Rückblick, als 86-Jährige, diese Zeit: „such a torture“. Schwer zu ertragen war diese Liebe auf Distanz, im Wartestand, auch für Sigmund Freud. Als sie sich 1882 im Wiener Wald zuerst begegneten, war er 26, sie 21 Jahre alt.
Und doch zündete sie mit einer Art Liebesblitz. Für uns heute kann es erhellend sein, wie sich dieses retardierende Liebesgewitter mit seinem fernen Dröhnen abregnet mit der Geburt der Psychoanalyse wie der Geburt von sechs Kindern.
Er ist eifersüchtig, leicht aufbrausend, jähzornig, Besitz ergreifend. Auch wird aus den Briefen spürbar, wie suchtgefährdet (Kokain), zerrissen, verletzbar Freud (schon) als junger Mann war.
Sie ist zögerlich, abwägend, argumentiert mit Zitaten aus Klassikern, liebevoll, verständnisbereit, alles, was man von einer jungen, gebildeten Frau damals erwartete. Die Verlobung ist heimlich. Ihre Mutter mag ihn nicht. Ihm fehle die „Form, mit Damen umzugehen“.
Beide kommen aus verarmten, kinderreichen, in ihrer Existenz bedrohten, jüdischen Familien. Sie kann einen gelehrten Oberrabbiner in ihrer Ahnengalerie nachweisen. Sein Vater war Wollhändler in Mähren, zog nach Wien, konnte aber seine acht Kinder kaum ernähren. Eins davon starb nach acht Monaten. Was bleibt ist die Bildung.
Er versucht sie umzuerziehen, — „Sei mein, wie ich mir´s denke“, ist sein anfängliches Motto — aber ihr gelingt es immer mehr im Schreiben der Briefe, sich selbst zu behaupten, auch ihre eigenen Argumente und Ideen, z.B. über das „Unbewußte“, das sie aus ihrem Lektüreschatz einführt, ins Feld zu führen. Er reift mit ihr- und vertraut darauf: „Du wirst mir eine Mitarbeiterin in den ernstesten Dingen werden.“ Er akzeptiert endlich: „Dich so zu haben, wie Du bist.“
Aber es wird nicht nur ernsthaft diskutiert in diesen Briefen, sondern sie sind getragen von Verwünschungen, Anklagen, Ultimaten, Entschuldigungen, Versöhnungen und wiederholten Liebesschwüren. Eben Liebesgewitter.
Die Heirat findet 1886 in Wandsbek statt, wo Matha Bernays Familie wohnte. Sie wird in die traditionelle Frauenrolle zurückgedrängt und nimmt sie an. Sie kümmert sich um die Kinder, um ihn, um die Familie. Ihre Schwester wird mit in den Haushalt einbezogen, wohnt auch bei ihnen. Aber auch er ist um seine Familie besorgt, schreibt vor allem der ältesten Tochter Anna verständnisbereite Briefe.
Nur von Martha Bernays gibt es nach der Hochzeit zu wenige schriftliche Zeugnisse. So kann mit der fünfbändigen (!) Publikation des Briefwechsels, der im Jahr 2025 abgeschlossen wurde, endlich auch sie auftauchen und in ihrem Dialog mit ihrem Verlobten im „Salon kontrovers“ im Frankfurter Holzhausenschlösschen gehört werden.
Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen - Der Briefwechsel zwischen Max Frisch und Peter Suhrkamp
16.11.2026, 19:30 Uhr
„Und nun zu unseren Fragen!“ Der Briefwechsel zwischen Max Frisch und Peter Suhrkamp
Es lesen Wolfram Koch und Stephan Wolf-Schönburg
Auswahl, Einführung und Moderation: Ruthard Stäblein
Mitwirkung: Dr. Tobias Amslinger (Herausgeber, Leiter des Max Frisch-Archivs), Dr. Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach) und Dr. Barbara Wiedemann (Herausgeberin, Universität Tübingen)
Die reichhaltige Korrespondenz zwischen Max Frisch und seinem Verleger Peter Suhrkamp liest sich wie der Erziehungsroman eines Jungautors – von den bescheidenen Anfängen zwischen den Ruinen Frankfurts und Berlins bis zu den Welterfolgen mit den Romanen Stiller und Homo faber. Die Originale der Briefe werden im Marbacher Siegfried Unseld Archiv und im Zürcher Max Frisch-Archiv verwahrt. Tobias Amslinger und Barbara Wiedemann haben sie in jahrelanger Arbeit ediert und kommentiert. Jetzt erscheinen sie als Buch. – Eigens für die Reihe Salon kontrovers: Briefe schreiben und lesen richtet der Dramaturg Ruthard Stäblein eine Auswahl und Lesefassung ein.
Eine Kooperation der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen und des Deutschen Literaturarchivs
Ermäßigung
Eine Stornierung oder ein Umtausch von Karten ist ausgeschlossen.
Für Rollstuhlfahrer ist eine begrenzte Anzahl an Plätzen im Parkett verfügbar, die bis einen Tag vor dem Veranstaltungstermin gebucht werden können. Sofern Rollstuhlfahrer mit einer Begleitperson kommen, muss diese ebenfalls eine Karte erwerben. Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen erhalten eine Ermäßigung in Höhe von 20% auf den regulären Eintrittspreis.
Eine Ermäßigung in Höhe von 20% auf den regulären Eintrittspreis erhalten darüber hinaus Schüler und Studenten (bis einschließlich 36. Lebensjahr) bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung.
Diese Ermäßigungen gelten nicht für Kinderveranstaltungen.
Wahlabo (gültig für alle kostenpflichtigen Veranstaltungen der Frankfurter Bürgerstiftung mit Ausnahme der Kinderveranstaltungen, nicht mit anderen Rabatten kombinierbar):
Wählen Sie 5 Veranstaltungen und erhalten Sie 50 % auf den Gesamtpreis
Wählen Sie 4 Veranstaltungen und erhalten Sie 40 % auf den Gesamtpreis
Wählen Sie 3 Veranstaltungen und erhalten Sie 30 % auf den Gesamtpreis
