Schicksalhaftes - Anneliese Brost Musikforum Ruhr - Großer Saal
Programm:
Lange Zeit war er völlig vergessen: Joseph Martin Kraus, ein Zeitgenosse Haydns und Mozarts, bedeutend als Symphonie- und Liedkomponist. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden seine Werke wiederentdeckt, er hinterließ ein beachtliches, nahezu alle Gattungen abdeckendes musikalisches OEuvre: Opern und Ballette, geistliche und weltliche Vokalmusik, Streichquartette und über ein Dutzend Symphonien.
Anders als seine prominenten Zeitgenossen Haydn und Mozart war Joseph Martin Kraus ein "literarischer" Komponist. Er schrieb nicht nur Musik, er verfasste auch kunsttheoretische Traktate, Gedichte und andere literarische Texte. Dabei entwickelte er ein besonderes Gespür für schriftstellerisch dichterische Qualität. Seine 26 Deutschen Lieder, in den 1780er Jahren vornehmlich nach Texten von Matthias Claudius komponiert, sind Vorläufer des Kunstliedes der Romantik. Die Symphonien sind vielfach kräftige Gebilde – resolut und aktionsreich, durchzogen von kontrapunktischer Arbeit und voller überraschender, gleichsam "theatralischer" Wendungen. Wie in vielen seiner Werke erweist sich der Komponist auch hier als ein Bindeglied zwischen Gluck und Beethoven.
Die "Maurerische Trauermusik" bildet im Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts einen einzigartigen Höhepunkt, nicht nur durch die Vereinigung kontrapunktischer Techniken, sondern vor allem, da es sich hier um eine seiner ganz seltenen Cantus-firmus-Bearbeitungen handelt. Ein Zusammenhang mit Mozarts Sympathien für das freimaurerische Denken ist offensichtlich, die "Trauermusik" wurde schließlich auf das Ableben zweier Logenbrüder komponiert.
Das Orchester gewinnt in Mozarts d-Moll-Klavierkonzert eine neue Gleichberechtigung neben dem Klavier: Solist und Orchester haben ähnliches, aber niemals identisches musikalisches Material. Mozart gestaltet einen gleichberechtigten Dialog für Solist und Orchester, er schreibt kein typisches Virtuosenkonzert, sondern ein kompromissloses, subjektives Bekenntnis zum eigenen Ausdruckswillen zweier gleichberechtigter Partner. Auch wenn dieses erste symphonische Konzert des 29-jährigen Komponisten mit ungewohnt dramatischen Klängen aufwartet, noch dazu in Moll-Tonarten, ist der konzertante Wettstreit zwischen Klavier und Orchester eher spielerisch als schroff.
Johann Martin Kraus:
Ouvertüre zu „Olympie“
Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466
Maurerische Trauermusik KV 477
Johann Martin Kraus:
Symphonie c-Moll VB 142
Mitwirkende:
Kristian Bezuidenhout, Klavier
Bochumer Symphoniker
Enrico Onofri, Musikalische Leitung
Foto Enrico Onofri: © Florian Ganslmeier
Ermäßigung
Ermäßigungen: Ermäßigungen gelten für Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler:innen und Student:innen bis 29 Jahre, Wehr- und Ersatzdienstleistende, Auszubildende, Schwerbehinderte (ab 80% GdB), Begleitpersonen von schwerbehinderten Personen, Inhaber:innen eines Vergünstigungsausweises (z.B. BO-Pass) und BoSyCard25-Inhaber:innen. Der jeweils aktuelle Nachweis ist beim Einlass vorzuzeigen. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Ermäßigungsarten bei jedem Konzerttermin gelten und manche Ermäßigungen nicht online buchbar sind. Die Einlösung von Wahlabo-Gutscheinen mit Abovorteil ist ausschließlich unter Tel.: 0234 - 3333 86 66, per E-Mail an tickets@bochum-tourismus.de und vor Ort an der Konzertkasse im Musikforum und in der Bochum Touristinfo möglich. Weitere Ermäßigungen sowie Plätze für Rollstuhlfahrer:innen und Begleitpersonen sind buchbar unter Tel.: 0234 - 3333 86 66 und per E-Mail an: tickets@bochum-tourismus.de.
Zusätzliche Informationen
Einlass ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn
