Warnemünder Abende
Nordstream, Mikroplastik, Seegraswiesen und Klimawandel – „Warnemünder Abende 2026“ finden wieder statt
Auch dieses Jahr setzt sich die beliebte Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) „Warnemünder Abende“ mit aktuellen Forschungsergebnissen rund um die Ostsee fort. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IOW und befreundeter Institutionen laden alle Interessierten herzlich vom 9. Juli bis zum 27. August immer donnerstags um 18:30 Uhr in den großen Vortragssaal des IOW zum Zuhören, Mitdiskutieren und Nachfragen ein.
Der Eintritt ist frei.
Den Auftakt der Vortragsreihe gestaltet die IOW-Direktorin Heide Schulz-Vogt zusammen mit ihrer Masterstudentin Ella Danae Schorling von der Universität Rostock. Beide geben einen Einblick in die faszinierende Welt sulfidoxidierender Bakterien und ihre überlebenswichtige Funktion für das Ökosystem Ostsee. Danach richtet sich der Blick auf die Folgen der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 und die Frage, wie Forschende die Freisetzung großer Mengen Methan im Meer und in der Atmosphäre nachweisen konnten. Außerdem widmen sich die Warnemünder Abende den regionalen Auswirkungen des Klimawandels auf die Ostsee und den Folgen für die Menschen an der Küste und beschäftigen sich mit der Rückkehr von Seegraswiesen als Hoffnungsträger für gesündere Küstenökosysteme sowie mit Mikroplastik, das selbst abgelegene Meeresbereiche erreicht. Auch gesundheitliche Risiken werden thematisiert: So geht es um Vibrionen – Bakterien, die sich bei hohen Wassertemperaturen besonders stark vermehren und in seltenen Fällen lebensbedrohliche Infektionen verursachen können.
Eine besondere Rolle im Rahmen der „Warnemünder Abende“ dieses Jahr spielt das zeitgleiche Stattfinden des Internationalen Tags der Meeresschutzgebiete am Samstag, den 1. August. Anlässlich dieses Aktionstags wird es um 18 Uhr im IOW einen Vortrag und interaktive Infostände mit dem Fokus auf die Rolle der wissenschaftlichen Erforschung für den Schutz küstenferner mariner Ökosysteme geben. Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz und dem IOW ausgerichtet. Abrunden wird Dr. Hanno Hochmuth die diesjährigen Warnemünder Abende durch eine Autorenlesung aus seinem Buch „Mein Warnemünde“ mit einem Rückblick in die jüngere Zeitgeschichte des Ostseebads und legt dabei den Schwerpunkt weniger auf Wissenschaft, als auf die Identität Warnemündes.
Mehr zu den Terminen, Themen und Referierenden dieses Jahr ist nachzulesen unter https://www.iow.de/warnemuender-abende.html. Die Vorträge finden jeweils donnerstags um 18:30 Uhr im großen Vortragssaal des IOW, Seestraße 15, in Warnemünde statt. Eine Ausnahme bildet der Internationale Tag der Meeresschutzgebiete am 1. August, der bereits um 18 Uhr im IOW beginnt. Der Zugang zum IOW erfolgt über den Haupteingang am Kurpark.
Programm 2026
09.07.2026 | „Die unsichtbaren Entgifter der Meere: Wie sulfidoxidierende Bakterien das Leben im Meer schützen“ | Prof. Dr. Heide Schulz-Vogt, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
16.07.2026 | „Methan aus den zerstörten Nord Stream Pipelines – wieviel, wohin und wie wurde das eigentlich gemessen?“ | Prof. Dr. Gregor Rehder, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
23.07.2026 | „Wetter, Klima, die Ostsee und wir: Eine Welt im Wandel“ | Dr. Georg Sebastian Völker, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
01.08.2026 | Internationaler Tag der Meeresschutzgebiete | 18 Uhr | „Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee“ (Kurzvortrag und interaktiver Austausch an Informationsständen) | Bundesamt für Naturschutz und Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
06.08.2026 | „Wo Seegras wächst, lebt das Meer – Renaturierung in der Ostsee und warum wir Grund zur Hoffnung haben“ | Dr. Matthias Kreuzburg, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
13.08.2026 | „Die unsichtbare Gefahr – Mikroplastik im Meer“ | Prof. Dr. Joanna Waniek, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
20.08.2026 | „Vibrionen im warmen Badewasser: Selten, aber gefährlich“ | Dr. Daniel Herlemann, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
27.08.2026 | „Mein Warnemünde – Zeitgeschichte und Erinnerung“ | Dr. Hanno Hochmuth, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Bei Fragen zu der Vortragsreihe:
info@iow.de | Tel.: 0381 – 5197 0
Kontakt IOW-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Kristin Beck | Tel.: 0381 – 5197 135 | presse@iow.de
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) erforscht den natürlichen und anthropogenen Wandel von Küsten- und Randmeeren in einem systemübergreifenden und interdisziplinären Ansatz, von der Grundlagenforschung bis hin zur anwendungsorientierten Forschung. Die Ostsee fungiert dabei als ideales Fallbeispiel vor der Haustür. Ein wichtiges Anliegen des IOW ist es, den wissensbasierten Dialog mit Politik, Praxis und Gesellschaft zu führen und so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Küstenmeere zu leisten. www.iow.de