Lesung: „Geflüchtet unter das dänische Strohdach“. Ein ...
Unverändert liegt das einstige Bauernhaus auf der Insel Fünen in Skovbostrand. 1933 hatte es Bertolt Brecht für sich, Helene Weigel und ihre zwei noch kleinen Kinder gekauft. Nach dem Welterfolg seiner „Dreigroschenoper“, dem meist gespielten deutschen Theaterstück bis zum Ende der Weimarer Republik, suchte der politisch Verfolgte in „Dänisch-Sibirien“, wie er es spöttisch nannte, Schutz, was auch zunächst gelang. Nirgendwo war Brecht produktiver als hier, wo ein Theaterstück nach dem anderen an seinem großen Schreibtisch mit Aussicht zum Sund entstand. Zudem bekam der Dramatiker oft Besuch von Weggefährten und Freunden, am häufigsten von Walter Benjamin. Kristine von Soden besuchte Brechts Bleibe „unterm dänischen Strohdach“ unweit von Svendborg und vermittelt anhand ausgewählter und weithin unbekannter Briefe und Tagebuchnotizen einen schillernden Eindruck von Brechts Exil – ergänzt von seinem Aufenthalt später, im August 1950, in Ahrenshoop, wo er mit Mitgliedern aus dem Berliner Ensemble im Dornenhaus mehrere Wochen logierte.
Zusätzliche Informationen
Einlass: 18:30 Uhr